RoboMaster Robotics Competition – So findet DJI seine Mitarbeiter

Shenzhen ist Chinas Zentrum für Technik, Entwicklung, Innovation und für alles, was dazu gehört. Nördlich von Hongkong ist mit diesem Teil der Volksrepublik eine neue Zentrale für Global Player der Elektronik-Branche entstanden. Der Drohnen-Hersteller DJI ist seit 2010 mit dabei und konnte bereits 2012 mit der DJI Phantom den ersten großen Erfolg hinsichtlich Kameradrohnen für private und semi-professionelle Anwender verzeichnen. Doch wie kommt DJI heutzutage an immer neue, junge Technik-Freaks, Programmierer und Innovatoren für die fliegenden Roboter? Mit der RoboMaster Robotics Competition! Aber RoboMaster ist so viel mehr als nur ein Auswahlverfahren – es ist ein Großereignis!

Die DJI RoboMaster Robotics Competition markiert das Highlight aus Schulungen, Workshops, Auswahlverfahren und Wettkämpfen junger Roboter-Freaks.
Die RoboMaster Robotics Competition markiert das Highlight aus Schulungen, Workshops, Auswahlverfahren und Wettkämpfen junger Roboter-Freaks.

RoboMaster – Das Beste der Robotics-Branche

Natürlich kennen wir alle Roboter-Kämpfe aus dem Fernsehen, bei denen sich kleine, ferngesteuerte Gefährte mit Sägeblättern, Feuerwerfern, Hämmern und dergleichen malträtieren. Die RoboMaster Competition hat mit dieser amerikanischen und auf Unterhaltung getrimmten Variante des Fight of Robots nichts gemein. In dieser Großveranstaltung der China-Region Shenzhen treten Teams mit verschiedenen Roboter-Klassen gegeneinander an. Von der Drohne, die aus der Luft agiert, über den Helden, der am meisten Schaden anrichtet, hin zum Ingenieur, der beschädigten bzw. umgefallenen Teamkameraden hilft, ist alles dabei. Das ist weniger ein Gladiatorenkampf als ein Echtzeitstrategiespiel. Das legt auch The Verge im Bericht zu den RoboMasters 2016 dar.

Die RoboMaster 2017 Arena. Quelle: DJI
Die RoboMaster 2017 Arena. Quelle: DJI

Seit dem hat sich viel getan: Die RoboMaster Finals werden zum Beispiel seit 2017 auf Twitch gestreamt. Das Streaming der RoboMaster Competition wurde sogar im Hause DJI groß angekündigt. Für 2019 kann man sich zwar nicht mehr bewerben, aber wie 2018 auch kann man zumindest per Live-Stream dabei sein wenn sich Teams aus China, den USA und weiteren Ländern der Welt mit ihren Roboter-Teams gegenüberstehen, neue Klassen austesten und das Beste aus ihrer Hardware und Software herausholen. Wenn ihr auch dabei zusehen wollt, dann könnt ihr dies bei der RoboMaster Competition 2019 über diesen Twitch-Kanal. Anfangen wird wohl alles mit der RoboMaster AI Challenge, die im Mai in Montreal, Kanada stattfindet.

Ein Event von DJI für DJI

RoboMaster ist dabei aber kein großer Spaß für alle Beteiligten, die sich auch im Folgejahr und im Jahr darauf immer wieder gegenüberstehen und wie in den USA nur ein paar physische Verbesserungen vorzeigen. Hier kommen junge Tüftler und Programmierer zusammen, um innerhalb weniger Tage ihre State-of-the-Art-Technik zu zeigen, im Teamplay zu bestehen und am Ende nicht nur ein Preisgeld, sondern auch eine Anstellung beim austragenden Drohnenhersteller zu gewinnen. Wer es auf den zweiten oder dritten Platz schafft und sich dabei gut präsentiert, kann zudem von einer anderen aufstrebenden Firma im Dunstkreis der Drohnen- und Robotertechnik anfangen. Wie das ganze aussehen kann, zeigt dieses Bloomberg-Video zur RoboMaster Competition 2018:

Hier die Videobeschreibung fürs bessere Verständnis:

For two weeks each year, college students take over a massive stadium and fill it with fighting drones, plastic ammo, and rapt spectators. This is Robomasters, held in Shenzhen by DJI, the world’s leading drone maker. In part two of Hello World Shenzhen, Bloomberg Businessweek’s Ashlee Vance goes inside the world of Nerf-style robo-warfare to spotlight the kinds of innovation that have kept DJI, at the forefront of a booming market, and demonstrates why you may not want him on your squad.

RoboMaster Robotics Competition 2019

Aber was erwartet uns dieses Jahr; was bringt RoboMaster 2019? Das könnt ihr unter anderem auf der offiziellen Webseite nachlesen. Dort gibt es nicht nur Informationen, Videos und Fotos rund um das Event, das mit der AI Challenge in Kanada startet, sondern auch alles zur Animated Series. Ja, genau – es gibt auch einen Anime zum Thema RoboMaster! Zudem seht ihr auf der Seite, dass mittlerweile große Sponsoren ihr Geld sowie ihre Augen mit im Spiel haben: Zhongan, HSBC, Analog Devices, Infineon, NVIDIA und mehr. Zudem gibt es mehrere chinesische Partner und viele Sendeanstalten, die das RoboMaster 2019 Event übertragen. Im Bereich Live Streams werden allein acht China-Angebote genannt.

DIe DJI RoboMaster Robotics Competition 2019 und alles, was drumherum passiert - wie z. B. die ICRA AI Challenge in Kanada.
DIe DJI RoboMaster Robotics Competition 2019 und alles, was drumherum passiert – wie z. B. die ICRA AI Challenge in Kanada.

Dabei ist RoboMaster dieses Mal erneut in verschiedene Challenges und Competitions aufgeteilt. Die AI Challenge im Mai 2019 ist dabei nur ein Teil des Ganzen. Hinzu kommt beim Hauptevent in Shenzhen die RoboMaster Technical Challenge und die Hauptattraktion: die RoboMaster Robotics Competition. Wie das alles zusammenhängt, das seht ihr auf dem Bild oben (Quelle). 

Die Geschichte von RoboMaster – 2013 bis 2018

Dieses Jahr markiert bereits das siebte alljährliche Event für die Talentfindung im Hause DJI. Während alles im Jahr 2013 mit einem Sommercamp für 24 Teilnehmer anfing, da waren es in 2014 bereits 100 Schüler und Studenten. Damals wurden bereits Wettbewerbe zwischen Vierer-Teams ausgetragen; natürlich mit Robotern. In 2015 wuchs sich dies bereits zur ersten RoboMaster Robotics Competition aus. Mit fünf Robotern in jedem Team und über 3.000 teilnehmenden Universitätsstudenten kam da viel Wissen, Technik und Stress auf.

Everything leads to RoboMaster 2019 in Shenzhen

Im Jahr 2016 wurde alles professioneller und aufwendiger – das RoboMaster Organizing Committee führte die verschiedenen Klassen ein, um Ordnung in die Technik zu bringen und eindeutiger bewerten zu können: neben dem Hero (Held) gab es drei Standard-Roboter, einen Base Robot und einen Aerial Robot (Drohne) in jedem Team. Auch war 2016 das erste Jahr mit Teams, die nicht vom Festland China kamen, sondern auch aus Hongkong, Macao und Taiwan. In 2017 wuchs die Teamgröße auf sieben Roboter und es wurden weitere Challenges, wie die ICRA RoboMaster AI Challenge eingeführt. In 2018 wurden die Klassen erweitert und mehr Ansprüche an die Drohne gestellt. Die 200 Teams aus aller Welt wurden also rundum gefordert.

In der offiziellen RoboMaster Historie heißt es dazu:

In 2018, the RoboMaster Robotics Competition, which was developed to the fourth edition, added requirements for Sentry robot, Aerial Robot loading and launching agencies, and focused on engineering practice personnel training, attracting nearly 200 global teams. In the same year, DJI held the second ICRA.

RoboMaster Videos

Einige Video-Zeugnisse der RoboMasters aus den letzten Jahren könnt ihr euch auf dem weiter oben verlinkten Twitch-Kanal anschauen. Aktuelle Informationen, Fotos, Videos und Links zu Artikeln, die sich mit dem RoboMaster Event beschäftigen, gibt es zudem auf der offiziellen Facebook-Seite. Hinzu kommen aber auch zahlreiche RoboMaster Videos auf YouTube. Zum Beispiel auf dem offiziellen YT-Kanal. Dort werden beispielsweise die Regeln für 2019 auf Englisch und Japanisch erklärt und mit einem kurzen, neuen Video auf die ICRA 2018 RoboMaster AI Challenge eingegangen. Falls ihr euch für den Robomasters Anime interessiert, könnt ihr sechs Episoden mit englischen Untertiteln hier ansehen 😉

Die Regeln für RoboMaster 2019 im Video:

Das Video zur ICRA 2018 RoboMaster AI Challenge:

Die erste Episode des Animes mit englischen Untertiteln:

Habt ihr noch Informationen, Fragen oder Gedanken zum Event, die ihr teilen wollt? Dann lasst gern einen entsprechenden Kommentar da 😉 

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2 Gedanken zu „RoboMaster Robotics Competition – So findet DJI seine Mitarbeiter“

  1. Wow, das ist ja krass was DJI da auf die Beine stellt um neue Talente zu finden. Das ist ja eSports auf ganz neuer Ebene 😀 Da können sich deutsche Firmen mit ihren langweiligen Assessment Centern mal eine Scheibe von abschneiden!

    1. Hi Pierre,
      da stimme ich dir voll und ganz zu. Hierzulande sowie allgemein im „westlichen“ Raum muss sich keine Digital-Firma wundern, wenn sie von aufstrebenden Unternehmen aus Shenzhen und dessen Umkreis überholt wird. Ähnlich Unkonventionelles dieser Dimension gibt es höchstens noch im Silicon Valley… vielleicht 😀
      MfG
      Johannes

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